Bundesliga Bogen: Tacherting und Welzheim lösen vorzeitig Finalticket
Titelverteidiger FSG Tacherting und die SGi Welzheim haben sich in beeindruckender Manier frühzeitig das Ticket für das Bundesligafinale Bogen am 28. Februar in Wiesbaden gesichert. Die beiden Spitzenteams stehen unangefochten an der Spitze im Süden, während im Norden der BSC BB Berlin und Sherwood BSC Herne das Tableau anführen.
Norden: Quartett mit besten Final-Aussichten
Das Quartett Berlin, Sherwood, SV Dauelsen und SV GutsMuths Jena hat nach dem dritten von vier Vorrunden-Wettkämpfen die besten Aussichten, sich für das Bundesligafinale in Wiesbaden zu qualifizieren. Berlin führt nach 12:2-Punkten am Wochenende – die einzige Niederlage setzte es mit 2:6 (55-56, 57-56, 56-58, 58-60) gegen Sherwood – die Tabelle mit 32:10-Punkten an und konnte sich vor allem auf Elina Idensen verlassen, die in Blankenfelde einen Pfeilschnitt von 9,79 schoss. Ganz dicht auf den Fersen der Berliner sind die Sherwood-Schütze um Mathias Kramer. Der Kaderschütze war mit 9,89 Ringen/Pfeil zum dritten Mal bester Schütze im Norden und weist nach 21 Matches einen hervorragenden Pfeildurchschnitt von 9,87 Ringen auf. Die Westfalen liegen lediglich einen Zähler hinter Berlin und gaben in Blankenfelde im letzten Match gegen Jena den einzigen Punkt ab: „Natürlich ärgert man sich im ersten Moment immer, wenn man nicht „zu null“ rausgeht – gerade, weil wir wissen, dass es möglich gewesen wäre. Auf der anderen Seite spricht es für uns, dass wir nach dem Rückstand ruhig geblieben sind und uns das Unentschieden zurückgeholt haben. Das zeigt mentale Stärke und Zusammenhalt“, urteilte Schütze Lukas Winkelmeyer danach. Mit 0:4 (56-57, 54-58) lag Sherwood bereits hinten, ehe am Ende die Punkteteilung stand (59-56, 59-58, 57-57). „Insgesamt sind wir mit dem Auftritt in Blankenfelde zufrieden. Die Mannschaft hat geschlossen gearbeitet und über weite Strecken das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten“, so Routinier Winkelmeyer, für den es am letzten Wochenende in Verden (7. Februar) vor allem um eines geht: „Für uns ist es natürlich ein klares Ziel, als Tabellenführer ins Bundesligafinale zu gehen. Das würde uns eine gute Ausgangsposition und zusätzliches Selbstvertrauen geben. Entscheidend ist aber vor allem, dass wir unsere Leistung stabil abrufen und im richtigen Moment da sind.“
Das gilt sicherlich auch für Dauelsen, das an diesem Wochenende ohne Sebastian Rohrberg - den bis dato drittbesten Schützen im Norden - auskommen musste und deshalb „nur“ 5:9-Punkte aufwies. Besser lief es beim Aufsteiger aus Jena, der sich mit 9:5-Zählern mit nunmehr fünf Punkten Vorsprung auf den SV Querum auf Platz vier festsetzte. Team-Weltmeisterin Charline Schwarz war angetan von ihrer Mannschaft: „Ich bin mit unserem Wettkampf am Samstag sehr zufrieden. Wir hatten Spaß und haben viele gute Schüsse gemacht. Es waren viele spannende Matches dabei. Es freut mich den vierten Platz gefestigt zu haben und wenn wir es schaffen, an unserer vergangenen Leistung anzuknüpfen, kann ich es mir gut vorstellen, dass wir uns zum Finale qualifizieren.“ Dabei waren die Gedanken zu Saisonbeginn eher anderer Natur, wie Schwarz eingesteht: „Zu Beginn der Saison war unser erklärtes Ziel der Klassenerhalt. Der Traum vom Finale kam nach dem ersten Spieltag, als wir uns auf dem vierten Platz geschossen haben. Nun fiebern wir dem vierten Spieltag entgegen und sind gespannt, was kommen wird.“
Spannend ist es auch unten in der Tabelle, weil Blankenfelde (16:26) und Hamm (15:27) nur einen Zähler auseinanderliegen. Mit dem Abstieg abfinden, muss sich dagegen wohl der SV Böddiger, der bislang magere drei Punkte eingefahren hat.

Süden: Ebersberg schiebt sich auf Platz vier
Und sie können doch noch verlieren! Die FSG Tacherting musste sich im 21. Match der Saison erstmals geschlagen geben. In einem hochkarätigen Match hieß es gegen die SGi Welzheim 4:6 (59-59, 60-57, 60-58, 58-59, 56-58). „Das kann passieren. Mir ist es lieber jetzt, als wenn wir beim Finale in Wiesbaden unsere erste Niederlage kassieren“, sagte Trainer Helmut Huber danach. Beide Teams gingen dennoch als Gewinner hervor, sind sie doch vorzeitig für das Jubiläums-Finale in Wiesbaden (zum zehnten Mal) qualifiziert. Tacherting mit Katharina Bauer und den Wieser-Brüdern Moritz und Felix zeigte dabei einmal mehr seine Klasse, denn in Sinsheim schoss das Trio neun (!) perfekte 60-er Passen.
Hinter dem souveränen Duo hat sich die TS 1861 Bayreuth geschoben. Starke 10:4-Punkte am Wochenende mit einem sehr guten Jakob Hetz an der Spitze (9,71 Ringe/Pfeil) sorgen dafür, dass die Bayreuther mit neun Punkten Vorsprung auf die Verfolger das Finalticket quasi in der Tasche haben.
Dahinter geht es so packend wie kaum zuvor zu: Denn mit der BSG Ebersberg, dem PSV München und dem BC Villingen-Schwenningen geht ein punktgleiches Trio (16:26) in das letzte Vorrunden-Wochenende (7. Februar in Welzheim). Dabei ließen München (4:10) und Villingen-Schwenningen (2:12) viele Punte liegen, sodass sich Ebersberg trotz nur ausgeglichener Ausbeute (7:7) auf den aktuellen vierten Platz schob: „Ich bin mit dem Auftritt in Sinsheim zufrieden. Wir haben uns alle steigern können, und dadurch so viele Punkte sammeln können, dass wir jetzt auf Platz vier stehen. Das ist eine gute Ausgangsposition. Aber es ist natürlich alles noch offen“, fasste die zweifache Olympiamedaillengewinnerin Michelle Kroppen aus Ebersberger Sicht zusammen. Der Vierfach-Champion rennt immer noch dem kapitalen Fehlstart (1:13-Punkte) hinterher, als Trainer Andreas Blaschke auf seine drei Top-Schützen Kroppen, Elisa Tartler und Maximilian Weckmüller verzichten musste. Doch auch diesem Trio geht es nicht so leicht von der Hand, wie in den vergangenen Jahren: „Ich würde nicht sagen, dass wir uns schwertun, die Südliga ist einfach eine stark besetzte Liga, und dann macht man auch zum Teil mit 60 Ringen nur einen Punkt. Wir geben das, was wir können. Und wenn dann in der einen oder anderen Passe das Glück fehlt, dann reicht es nicht aus“, so Kroppen, die in Sinsheim sehr gute 9,82 Ringe/Pfeil schoss und für den letzten Vorrunden-Wettkampf folgende Parole ausgibt: „Wir werden bis zum letzten Match alles geben und dann schauen wir, ob es reicht oder nicht.“
Denn das punktgleiche Trio muss auch nach unten gucken, weil mit dem KKS Reihen und den GK-Burgschützen Büschfeld die Teams auf den Abstiegsplätzen auch nur sechs Zähler weniger aufweisen (10:32-Punkte). Demnach ist für das finale Vorrunden-Wochenende Spannung pur garantiert.
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