Weltcup Shanghai: Recurve-Mixed Team schießt um Bronze
Das junge deutsche Bogenteam hat beim Weltcup im chinesischen Shanghai mit durchaus guten Leistungen zu überzeugen gewusst. Vor den finalen Entscheidungen sind noch drei DSB-Schützen im Einzel vertreten, zudem schießt das Recurve-Duo Michelle Kroppen & Leon Zemella (Berlin & Tecklenburg) gegen Japan um Bronze im Mixed-Wettbewerb.
Recurve: Kroppen hat noch zwei Chancen
Kroppen & Zemella gingen als Zwölfte der Qualifikation in die Ko-Phase des Mixed-Wettbewerbs und zeigten dort ihre Klasse: Mit Siegen gegen die Schweiz (6:0) das höher gesetzte Team aus Mexiko (5:3) und Israel (6:2) ging es im Halbfinale gegen die „Über-Nation“ Südkorea mit Dreifach-Olympiasieger Kim Woojin. Und die Koreaner erwiesen sich als zu stark, sodass eine 1:5-Niederlage (36-38, 34-37, 39-39) hingenommen werden musste. „Sie haben mega gut geschossen, hatten sehr gute Scores – auch gegen Korea. In dem Match herrschte in einer Passe sehr viel Wind, das war anspruchsvoll. Das Duo harmoniert bei ihrem ersten gemeinsamen Einsatz sehr gut“, lobte Nachwuchs-Bundestrainer Freddy Siebert, der in China die Recurver betreut.
Im Einzel ist im 1/16-Finale nur noch Michelle Kroppen vertreten. Die 30-Jährige setzte sich nach einer guten Qualifikation (9. Platz) und einem Freilos in der ersten Ko-Runde 7:3 gegen die Israelitin Mikaella Moshe durch, nun wartet die Taiwanesin Hsin-tzu Hsu im 1/16-Finale. Dagegen mussten sich Lisa Lucks und Johanna Klinger in der zweiten Ko-Runde geschlagen geben: Klinger unterlag der US-Amerikanerin Olivia Martin 4:6, Lucks der Inderin Kumkum Anil Mohod mit 2:6, nachdem sie in der Runde zuvor 6:2 gegen die Französin Caroline Lopez erfolgreich war. Das junge Männer-Quartett Knut Jacubzik, Lilian Forkert, Phil Lüttmerding und Leon Zemella musste im Einzel etwas Lehrgeld zahlen, denn nur Zemella gewann sein Erstrundenmatch (6:4 vs. Itay Shannon/ISR), ehe er in Runde zwei beim 0:6 (27-29, 27-28, 24-30) gegen den Japaner Tetsuya Aoshima chancenlos war. Jacubczik (4:6), Forkert (1:7) und Lüttmerding (2:6) unterlagen Gegnern aus den USA, Frankreich und Usbekistan.
Die Usbeken waren auch im Teamwettbewerb der Männer beim 2:6 (52-55, 54-56, 57-53, 53-56) zu stark für das DSB-Trio Forkert, Lüttmerding und Zemella. Das Frauen-Team zog gegen Taiwan mit 2:6 (52-55, 52-55, 54-52, 53-54) den Kürzeren. „Die Jungs haben sowohl im Team als auch im Einzel gut geschossen und sind auf einem guten Weg. Sie benötigen jetzt einfach mehr Wettkampferfahrung auf diesem Niveau“, so Siebert.

Compound: Deutsche Duelle im Männer-Einzel
30 Nationen sind im Compound-Wettbewerb der Männer am Start, doch in der Ko-Phase gab bzw. gibt es zwei deutsche Duelle: Yannic Arnold bezwang Henning Lüpkemann 146:143 und siegte auch im anschließenden Match gegen dPrzemyslaw Konecki/POL, Team-Weltmeister in Berlin 2023, 148:145. Im 1/16-Finale geht es nun gegen Ruven Flüß, der sich mit zweimal 146 Ringen gegen Gegner aus Saudi-Arabien (141) und Israel (144) durchsetzte. Bundestrainer Holger Hertkorn meinte: „Die Qualifikation lief nicht wie erwartet. Hier blieben alle unter ihren Möglichkeiten. Hinzu kam bei Yannic ein Releasebruch, der zu einem M (Schuss ohne Wertung, Anm. d. Red.) führte. In den Einzeleliminationen war die Performance ebenfalls gut. Yannic und Ruven sind souverän weitergekommen und machen nun unter sich aus, wer weiterkommt.“
Julia Böhnke startete zunächst mit einem 140:130-Sieg gegen Tsz Ling Kann/HKG in die Ko-Phase, war dann aber beim 141:148 gegen die Taiwanesin Fang Yi Chen chancenlos. Und auch im Mixed war das Duo Böhnke & Flüß bereits nach dem ersten Match Schluss. Gute 155 Ringe reichten gegen Spanien (158) nicht, weil diese mit perfekten 120 Ringen ausschossen.
Und auch im Männer-Team hieß es im Achtelfinale Bogenkoffer packen: Gegen die indischen Weltmeister gab es beim 230:238 nichts zu gewinnen: „In den Teams lief es deutlich besser, die Technik konnte gut abgerufen werden. Nur die Gegner waren diesmal zu stark“, gab Hertkorn zu.
Das deutsche Team in Shanghai
Compound: Ruven Flüß (Künzelsau), Henning Lüpkemann (Sigmaringen), Yannic Arnold (Kaarst), Julia Böhnke (Sigmaringen)
Recurve: Knut Jacubzik (Tremsbüttel), Lilian Forkert (Wiesbaden), Phil Lüttmerding (Calden), Leon Zemella (Tecklenburg), Johanna Klinger (Dachau), Michelle Kroppen, Lisa Lucks (beide Berlin)
Betreuer: Holger Hertkorn, Freddy Siebert, Harald Kruse, Mirja Janssen
Weitere News:
Alle Informationen und Ergebnisse zum Weltcup in Shanghai
Weltcup Shanghai: Junges DSB-Team im Einsatz
