Erstellt am 24.05.2026 13:54:02 von NewsBot | Deutscher Schützenbund🔗
Bogen-EM Antalya: Doppel-Gold für DSB-Teams
Foto: DSB / Zwei Teams, zwei Europameister, sechs Mal Gold für v.l. Mathias Kramer, Jonathan Vetter, Moritz Wieser, Elisa Tartler, Katharina Bauer und Charline Schwarz.

Bogen-EM Antalya: Doppel-Gold für DSB-Teams

Gold für die Recurve-Frauen! Gold für die Recurve-Männer! Die DSB-Bogenschützen haben bei der Bogensport-EM in Antalya/TUR (19. bis 24. Mai) mächtig abgeräumt und ihren Status als eine der stärksten Bogensport-Nationen Europas eindrucksvoll bestätigt. Mit Platz vier im Mixed durch Katharina Bauer & Moritz Wieser sowie Platz vier von Simon Moritz, U18-Weltmeister 2025 mit dem Compoundbogen, gelangen weitere Top-Platzierungen.

Recurveteam Frauen: Unglaubliche Erfolgsserie fortgesetzt
Katharina Bauer (Raubling), Elisa Tartler (Berlin) und Charline Schwarz (Feucht) mussten als Favorit in dem Finale gegen Belarus angesehen werden: Die Erfolge in den zurückliegenden Jahren im Team mit mehreren Titeln (u.a. EM 2022 und WM 2023), weiteren Medaillen bei hochkarätigen Wettkämpfen (Olympia-Bronze 2021, EM-Bronze 2024) sowie die souveränen Auftritte bei der EM bis ins Finale sorgten für diese Einschätzung. Doch auch das Überraschungs-Team aus Belarus hatte auf dem Weg in das Finale geglänzt und im Halbfinale die Gastgeber mit 5: bezwungen. Demnach wollte das DSB-Trio den Gegner nicht unterschätzen und startete somit hochkonzentriert und sehr stark in das Finale: Bauer begann mit einer Zehn, Schwarz und Tartler zielten in der ersten Passe auch gut und lieferten jeweils eine Zehn (55-52). Die zweite Passe begann perfekt: Zehn Bauer, Zehn Schwarz, Zehn Tartler – damit war der Grundstein für die 4:0-Führung (56-53) gelegt. Aber die Belarussinnen wollten sich nicht so schnell geschlagen geben und schlugen stark zurück (55-57). Somit ging es in die vierte – und letztendlich entscheidende – Passe: Während die Pfeile der Gegnerinnen um die Zehn platziert flogen, gelang es Bauer und Schwarz die Optimalwertung zu erzielen. Das war ausschlaggebend für das 53:52 und den 6:2-Sieg in Summe: „Der EM-Titel bedeutet mir sehr viel. Es hat sehr viel Spaß gemacht, hier in der Arena den Wettkampf zu bestreiten. Und dass wir unsere Leistung so abrufen konnten, war unfassbar gut und erfüllt mich mit sehr viel Stolz.“ Zu der mittlerweile unglaublichen Erfolgsserie des deutschen Frauen-Teams meint Schwarz: „Wir arbeiten allgemein sehr hart, suchen immer weiter, wo wir etwas rausholen können. Wir harmonieren sehr gut und haben einen guten Zusammenhalt und alle – Athleten, Betreuer, Supporter – unterstützen uns und versuchen alles rauszuholen, dass wir es im entscheidenden Moment umsetzen können. Das klappt, freut mich sehr und macht mich nur stolz!“

Recurveteam Männer: Aufholjagd und Nervenkitzel ins Glück
Die deutschen Männer in der Besetzung Mathias Kramer (Herßum), Jonathan Vetter (Deufringen) und Moritz Wieser (Trostberg) waren mit drei souveränen 6:2-Siegen gegen Georgien, Polen und Frankreich in das Finale gestürmt, in dem sie auf die ebenfalls dominanten Spanier um Einzel- und Mixed-Weltmeister Andres Temino Mediel trafen. Und das deutsche Team fand nur schwer in das Match, nach den ersten drei Pfeilen betrug der Rückstand zwei Ringe, am Ende ging die erste Passe mit nur einer deutschen Zehn (Kramer) mit 52-55 verloren. Das DSB-Trio steigerte sich, auch Vetter und Wieser trafen nun ins Zentrum, doch die Spanier waren noch einen Tick besser und bogen mit dem 55:56 auf die Siegerstraße ein. Doch das deutsche Team hatte seinen Rhythmus gefunden, alle drei Schützen setzten ihre Pfeile nun mehrmals in die Zehn und machten somit aus dem 0:4 ein 4:4 (56-52, 57-56). Somit musste ein Stechen über den EM-Titel entscheiden: Wieser begann mit einer Zehn, die vom Zweifach-Weltmeister gekontert wurde. Dann setzte Kramer zum Entsetzen aller Deutschen seinen Pfeil in die Sechs, der zweite Spanier schoss eine Acht, sodass Vetter unbedingt eine Zehn schießen musste, um die minimale Chance aufrecht zu halten. Das gelang mit Bravour, und nun warteten alle auf den letzten Pfeil des Finals: Eine Neun von Pablo Acha hätte Spanien zum Sieg gereicht, bei einer Acht wäre Deutschland vorne, weil Vetters Zehn der beste Schuss war. Und Acha verlor die Nerven, schoss ebenfalls nur eine Sechs, sodass Deutschland eine sensationelle Aufholjagd mit dem zweiten Team-Gold krönte: „.“

Recurve Mixed-Team: Chancenlos gegen die Weltmeister
1:0 hieß es für Deutschland vs. Spanien an diesem Tag, nun folgte mit dem Bronzematch im Mixed das zweite Duell. Und hier musste das DSB-Duo Katharina Bauer & Moritz Wieser als Außenseiter angesehen werden, schließlich ging es gegen die spanischen Weltmeister Elia Canales & Andres Temino Mediel. Und Letztere legten auch formidabel los, gewannen die erste Passe souverän (35-39), während das deutsche Duo noch die Mitte suchte. Das gelang in der zweiten Passe weitaus besser (Wieser mit zwei Zehnern, Bauer mit zwei Neunern), die mit 38-38 Unentschieden ausging. Auch in der nächsten Passe gab es keinen Sieger, obwohl Bauer & Wieser jeweils eine Acht schossen. Ihre beiden Zehner retteten aber erneut die Punkteteilung (36-36). Doch ein drittes Mal gelang kein Punktgewinn, weil bei allen vier Schüssen die Zehn verfehlt wurde. Das 34-39 bedeutete die 2:6-Niederlage und Platz vier.

Foto: WAE / Wie aus einem Guss! Die deutschen Bogen-Frauen zählen seit mittlerweile mehreren Jahren zur absoluten Weltspitze und unterstrichen das mit dem erneuten EM-Titel.
Foto: WAE / Wie aus einem Guss! Die deutschen Bogen-Frauen zählen seit mittlerweile mehreren Jahren zur absoluten Weltspitze und unterstrichen das mit dem erneuten EM-Titel.

Nach den sehr erfolgreichen Heim-Europameisterschaften in München 2022 (1x Gold, 3x Silber, 1x Bronze) und Essen 2024 (2x Gold, 1x Bronze) zeigten die Recurve-Asse nun, dass sie es auch „auswärts“ können. Dementsprechend zufrieden zeigte sich Recurve-Bundestrainer Oliver: „Ein überragender Erfolg unserer Athleten. Ich bin sehr stolz. Mein Dank gilt unserem ganzen Betreuerstab - ohne diesen Staff wäre das nicht möglich geworden.“

Compound Einzel: Simon Moritz sensationeller Vierter
17 Jahre ist Simon Moritz (Oberschneiding) erst, aber Schritt für Schritt entwickelt sich der Youngster zu einem ernsthaften Konkurrenten für die Elite im Compoundbogen. Der U18-Weltmeister des vergangenen Jahres war mit beeindruckenden Leistungen in das Bronzefinale gerauscht, in dem er auf den weltbesten Compound-Schützen, den Niederländer Mike Schloesser, traf. Und „Mr. Perfekt“, wie er in Bogensportkreisen genannt wird und der im Halbfinale trotz 150 Ringen und einer Zehn im Stechen ausschied, lieferte erneut einen Nachweis seiner Klasse und schoss perfekte 150 Ringe. Moritz schoss wahrlich nicht schwach, musste sich aber mit 146 Ringen (vier 29-er und eine 30-er Passe) begnügen. Bundestrainer Holger Hertkorn zeigte sich angetan von seinem jüngsten Schützen: „Das war eine tolle Leistung von Simon. Trotz großer Nervosität hat er wirklich ordentlich geschossen, gegen die perfekte 150 ist es nun einmal schwer. Er hat viele neue Eindrücke und Erfahrung gesammelt, die er für die Zukunft mitnehmen kann.“

Das deutsche EM-Team in Antalya
Compound: Marie Marquardt (Potsdam), Katharina Raab (Wertach), Julia Böhnke (Sigmaringen), Paolo Kunsch (Schwaikheim), Simon Moritz (Oberschneiding), Noah Nuber (Bad Schönborn)
Recurve: Katharina Bauer (Raubling), Elisa Tartler (Berlin), Charline Schwarz (Feucht), Mathias Kramer (Herßum), Jonathan Vetter (Deufringen), Moritz Wieser (Trostberg)
Betreuer: Oliver Haidn, Holger Hertkorn, Antje Hoffmann, Grit Reimann, Reinhard Kisselbach, Dirk Marz, Harald Kruse, Harry Vohs, Thomas Abel, Danja Schmidt


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Quelle: Deutscher Schützenbund
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