Erstellt am 28.09.2026 8:09:05 von NewsBot | Deutscher Schützenbund🔗
Feldbogen-WM Yankton: Gold, Silber und Bronze für DSB-Schützen
Foto: World Archery / Der Weltmeister in der entscheidenden Passe im Goldfinale: Florian Unruh schießt, Gegner Brady Ellison konzentriert sich, Henning Lüpkemann guckt.

Feldbogen-WM Yankton: Gold, Silber und Bronze für DSB-Schützen

Großartiger Auftritt der deutschen Schützinnen und Schützen in den Einzelwettbewerben bei der Feldbogen-WM (23. bis 27. September) in Yankton/USA: Mit Gold für Florian Unruh (Recurve Männer), Silber für Nora Kipferler (Blankbogen Frauen) und Bronze für Frida Janke (U21 Recurve-Juniorinnen) gab es einen kompletten Medaillensatz für das DSB-Team. Doch damit nicht genug, mit Silber im Mixed-Team Blankbogen und Bronze im Team-Wettbewerb der Männer gab es zwei weitere Medaillen.

Bereits in der Qualifikation gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen zwei der weltbesten Bogenschützen: Unruh und der US-Amerikaner Brady Ellison lieferten sich ein superspannendes Duell, in dem bei Ringgleichheit die höhere Anzahl an Sechser-Wertungen (61:59) für den DSB-Schützen sprach: „Der erste Platz in der Qualifikation bei den sehr nassen Bedingungen hat mich sehr gefreut“, meinte Unruh danach. Doch die Wege sollten sich später wieder kreuzen, denn beide erreichten – fast folgerichtig – das Goldfinale. In diesem setzte sich die US-Legende, der bei den Olympischen Spielen in Paris 2024 Einzel-Silber und Mixed-Bronze gewann – nach der zweiten Passe mit zwei Ringen ab (17-17, 15-17). Unruh konnte in der dritten Passe mit drei perfekten Schüssen (18-17) auf einen Ring verkürzen, ehe das letzte Ziel, ein Hochschuss, die Entscheidung bringen musste: Beide Athleten schossen zunächst zwei Fünfer, dann „patzte“ der US-Amerikaner mit einer Vier, sodass Unruh die Möglichkeit hatte, mit einer perfekten Sechs nach 2022 (an gleicher Stelle) erneut den WM-Titel zu gewinnen: Und das gelang dem Fockbeker, der 66:65 gewann, Titelverteidiger Ellison damit „entthronte“ und wie bereits 2022 bei den World Games im Finale besiegte: „Es freut mich sehr, dass ich im entscheidenden Moment im Goldfinale die Sechs schießen konnte. Die Scheiben in den Halb- und Medaillenfinals waren sehr cool mit den Kränen, und es war damit auch in der Arena richtiges Feldbogenschießen!“ Auf dem Weg dahin musste Unruh leider auch zwei Teamkollegen aus dem Weg „räumen“: Im Achtelfinale bezwang er Sebastian Kutheius (100-91, 16. Platz), im Viertelfinale Jakob Hetz (91-83, 8. Platz). Im Halbfinale ging es gegen den starken Israeli Roy Dror, dem er ebenfalls in der letzten Passe die entscheidenden Ringe zum 65-62 abnahm

Nora Kipferler hatte bereits in der Qualifikation stark geschossen und sich mit Rang drei (406 Ringe) eine hervorragende Ausgangsposition verschafft. In der Ko-Phase lief es für die Blankbogenschützin aus Germerin hervorragend: Nach einem 66:63 gegen die Estin Inge Sirkel-Suviste gab es im Viertelfinale ein deutsches Duell mit Christine Schäfer. In diesem dominierte Kipferler, weil Schäfer (6. Platz) in den ersten zwei Passen nicht viel gelang – ein 78:64 war die Folge. In diesem war die Australierin May Hu die Gegnerin, die jedoch nicht viel zu bestellen hatte. Kipferler war vom ersten Pfeil an die bessere Schützin, und als Hu in der zweiten Passe ein M (Pfeil ohne Wertung) unterlief, war die Entscheidung frühzeitig gefallen und das Goldfinale durch ein 54:42 erreicht. In diesem war die favorisierte Eleonora Strobbe/ITA die Gegnerin. Doch Kipferler erwischte einen blendenden Start, schoss drei Fünferwertungen zum Auftakt und lag mit zwei Ringen vorne (15-13). Aber die Italienerin konterte und übernahm nach einer 14-11 in der zweiten Passe die Führung. Diese baute sie weiter aus, da es Kipferler bei den nächsten sechs Pfeilen nicht gelang, ins Gold (5 oder 6) zu schießen und am Ende 44:54 unterlag.

Neben Gold für Unruh und Silber für Kipferler gab es eine dritte deutsche Medaille: Frida Janke gewann bei den U21-Juniorinnen mit dem Recurvebogen die Bronzemedaille: „Die Bronzemedaille bedeutet mir schon echt viel. Die Saison war jetzt einfach echt lang, und Feld kann einem schon viel abverlangen.“ Dabei trotzte sie erfolgreich den Wetterkapriolen, denn in Yankton waren alles andere als einfache Bedingungen: „Vor allem in Kombination mit dem Wetter - eigentlich gab es durchgängig Regen - machten die Tage echt anstrengend.“ Janke hatte die Qualifikation dominiert und lag am Ende dieser mit 24 Ringen Vorsprung auf Position eins (664 Ringe) und gab Einblicke in ihre Gedankenwelt: „Nachdem ich die Qualifikation gewonnen hatte, macht man sich natürlich Gedanken, wie weit man es dann am Ende schaffen kann. Das es wirklich geklappt hat, ist für mich immer noch ein bisschen schwer zu realisieren.“ Nachdem sie im Viertelfinale beim 88:82 leichtes Spiel mit Anna Callagari/ITA hatte, musste sie im Halbfinale gegen ihre Landsfrau Emma di Vita eine schmerzhafte 53:55-Niederlage hinnehmen. Schmerzhaft deshalb, weil die Berlinerin nach der dritten Passe noch mit zwei Ringen (42-40) führte, in der letzten Passe jedoch beim 11-15 vier Ringe und damit das Match verlor. „Natürlich war ich dann erst einmal enttäuscht, nachdem ich mein Halbfinale knapp verloren hatte, aber ich wusste, ich kann mir noch eine Medaille holen und in der Finalarena schießen.“ Im Medaillenmatch hieß die Gegnerin Tereza Veverkova/CZE, die nach zwei Passen mit einem Ring in Führung lag. Doch in der dritten Passe erzwang Janke die Wende, drehte den Rückstand in einen Zwei-Ringe-Vorsprung und baute diesen in der letzten Passe zum 53:50-Sieg aus: „Jakob (Hetz, Anm. d. Red.) hat mich super durch dieses Finale begleitet und mir einfach Sicherheit gegeben, dass ich wusste, wir schaffen das. Zudem würde ich mich gerne bei dem gesamten Team, meinen Eltern und auch der Bundespolizei bedanken, ohne die das alles nicht möglich gewesen wäre.“

Foto: World Archery / Krönten ihre Leistung mit Silber bzw. Bronze im Einzel: Nora Kipferler (links) und Frida Janke.
Foto: World Archery / Krönten ihre Leistung mit Silber bzw. Bronze im Einzel: Nora Kipferler (links) und Frida Janke.

Ganz knapp an einer Medaille schrammte Leoni Dorfner (U21 Compound) vorbei: Die 18-Jährige erreichte nach starken Leistungen das Match um die Bronzemedaille, in dem sie gegen die Italienerin Giorgia Montaldi einen Zwei-Ringe-Rückstand aufholte, um dann im Shootoff mit 3:4 zu unterliegen. Dennoch ist Platz vier ein hervorragender Platz für die junge Athletin.

Viertel- und Achtelfinal-Aus für zahlreiche DSB-Schützen
Svenja Herrmann wurde Siebte, nachdem sie im Viertelfinale der späteren Bronzemedaillengewinnerin Roberta di Francesco/ITA mit 78-87 unterlegen war. Julia Böhnke, Starterin bei den Compound-Frauen, musste der späteren Vize-Weltmeisterin Paige Pearce/USA nach dem 98:105 zum Sieg gratulieren. Böhnke wurde im Endklassement Achte. Und auch Compounder Henning Lüpkemann (14. Platz) verlor sein Achtelfinale. Beim 98:99 lag er nahezu die gesamte Zeit in Führung, musste den in der letzten Passe perfekt schießenden Domagoj Buden jedoch noch vorbeiziehen lassen.
Dagegen lief es bei den Blankbogenschützen nicht so, wie gewünscht: Rüdiger Schäfer erreichte das Achtelfinale (11. Platz), unterlag dort jedoch mit 79:87 dem vierfachen Weltmeister Erik Jonsson/SWE, der dieses Mal Silber gewann. Michael Meyer musste sich schon in der ersten Runde der Ko-Phase nach einem 66:69 gegen Jovica Djukic/CAN aus dem Wettbewerb verabschieden (20. Platz). Michael Stumpf hatte diese Phase als 29. der Qualifikation verpasst.

Zwei Teammedaillen obendrauf
In den Teamwettbewerben wiederum lief es wieder hervorragend: Kipferler & Schäfer schossen sich im Mixed-Wettbewerb mit dem Blankbogen nach Siegen gegen Spanien (71:62) und die USA (75:72) in das Goldfinale gegen Italien. In diesem musste das DSB-Duo die Überlegenheit der Gegner anerkennen, denn alle vier Passen gingen verloren und somit das Match mit 56:67 – dennoch ist Silber natürlich ein großer Erfolg. Auch an der zweiten Teammedaille war Schäfer beteiligt, denn gemeinsam mit Unruh und Lüpkemann gab es im Teamwettbewerb der Männer Bronze. Diesen Platz hatte das Trio auch nach der Qualifikation inne und bestätigte diesen durch ein knappes 53:52 im Bronzematch gegen Frankreich. Dabei sah es lange Zeit nach einer Niederlage aus, denn nach der dritten Passe hieß es noch 41:44 aus deutscher Sicht. Doch in der finalen Passe lief bei den Franzosen nicht viel, während das DSB-Trio mit drei Viererwertungen um einen Ring am Gegner vorbeizog.
Drei weitere Medaillen waren möglich, doch sowohl in den Mixed-Wettbewerben mit dem Compound- (Böhnke & Lüpkemann – 87:89 vs. Frankreich) als auch Recurvebogen (Unruh & Herrmann – 69:80 vs. USA) wie auch im Teamwettbewerb der Frauen (Kipferler, Böhnke, Herrmann – 48:52 vs. Spanien) belegten die deutschen Schützen den vierten Platz. „Ich hätte in den Team- und Mixed-Matches gerne etwas besser geschossen, aber natürlich bin ich sehr zufrieden mit dieser WM“, so Unruh mit seinem abschließenden Fazit.

Das deutsche Team bei der Feldbogen-WM
Blankbogen: Rüdiger Schäfer (Tiefenbach), Michael Meyer (Naila-Merlesreuth), Michael Stumpf (Fulda), Nora Kipferler (Germering), Christine Schäfer (Tiefenbach)
Compoundbogen: Henning Lüpkemann, Julia Böhnke (beide Sigmaringen), Leoni Dorfner (Alsfeld-Leusel)
Recurvebogen: Florian Unruh (Berlin), Jakob Hetz (Ebermannstadt), Sebastian Kutheius (Troisdorf), Svenja Herrmann (Rosdorf), Frida Janke (Berlin)
Betreuer: Peter Lange (Köln), Andrea Schlösinger (Hauzenberg)


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Quelle: Deutscher Schützenbund
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