Weltcupfinale in Samsun: Lisa Unruh starke Vierte

Erstellt von Manuel am Sonntag, 30.09.2018 16:07:52 | Kategorie Deutscher Schützenbund

Die Medaille hauchdünn verpasst, aber ein toller Wettkampf und Saisonabschluss für Lisa Unruh: Die 30-jährige Berlinerin wurde beim Weltcupfinale im türkischen Samsun Vierte. Es war nach 2014 (6. Platz in Lausanne) Unruhs zweite Teilnahme am Finale der besten acht Schützinnen. „Ich bin mit Platz vier sehr zufrieden, so kann es weitergehen. Ich habe in drei schönen Finalmatches Erfahrung gesammelt und meinen Urlaub verdient. Die Saison 2019 kann kommen“, lautete das Fazit von Unruh.


Unruh zeigt große Konstanz

Bei widrigen Bedingungen – es windete und regnete in Samsun – erwischte die Polizeiobermeisterin einen Turnier-Start nach Maß: Gegen die Weltranglisten-3. Ya-Ting Tan (Taiwan) schoss Unruh enorm konstant und beendete keinen der Sätze mit weniger als 27 Ringen. So ging sie gleich in Führung, gab diese nicht mehr ab und siegte 7:3 (28-27, 27-27, 27-26, 28-29, 28-26).

Im Halbfinale kam es zum Wiedersehen mit der Koreanerin Eun Gyeong Lee, gegen die Unruh beim Heim-Weltcup in Berlin im Finale unterlag. Auch dieses Mal startete die junge Koreanerin furios mit einer perfekten 30, doch die olympische Silbermedaillengewinnerin ließ sich nicht beeindrucken und setzte einen beeindruckenden Konter und ging 4:2 in Führung. Die Gegnerin steigerte sich dann aber wieder und drehte nochmals das Match zum Endstand von 4:6 aus deutscher Sicht (28-30, 28-26, 29-28, 26-29, 27-29). Das knackige Programm ging weiter und sollte im Bronze-Finale einen weiteren Kulminationspunkt erreichen: Gegen die Inderin Deepika Kumari gab es ein einziges Auf und ab, da auch der Wind die Pfeile immer unberechenbarer fliegen ließ. Kumari legte stets vor, Unruh zog immer nach, es hieß 5:5 (25-28, 25-22, 28-30, 28-28, 29-28). So musste ein Shoot-off mit einem einzigen Pfeil zwischen Platz drei und vier entscheiden. Die Inderin legte eine gute Neun vor, Unruh schoss ebenfalls eine neun, die jedoch erkennbar schwächer war. Kein krönender Abschluss einer tollen Saison (mit Titeln und Medaillen bei WM (Feldbogen), EM, Weltcups und DM) in Form einer Medaille, aber immerhin 1.000 Schweizer Franken als Belohnung für Platz vier. Unruh zeigte sich vollauf einverstanden: „Ich bin mit mir sehr zufrieden, habe mich gut verkauft. Das erste Match war genial. Auch das zweite war voll in Ordnung, ich habe mir keine großen Schwächen geleistet. Im letzten Match hatte Deepika einen kleinen Vorteil, weil sie direkt davor geschossen hat und wusste, wo sie anhalten muss. Ich brauchte die ersten beiden Runden, um zu wissen, wo ich exakt anhalten muss.“

Den Titel sicherte sich Lee vor der türkischen Europameisterin Yasemin Anagoz. Unruh, die in Samsun von Freund Florian Kahllund gecoacht wurde, macht nun eine Woche Pause, ehe sie sich auf die kommende Bundesligasaison vorbereitet.

Quelle: Deutscher Schützenbund
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